Lindner zur Blutspende: Großer Tag für Schwule & Bisexuelle – aber Ministerium diskriminiert weiterhin Transpersonen

Mario Lindner und LGBTIQ-Aktivisten gehören zu den ersten MSM-Blutspender*innen

Einen großen Erfolg für schwule und bisexuelle Männer, aber nichts destotrotz einen traurigen Tag für die Gleichstellung in Österreich sieht SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner am heutigen 1. September. Seit heute gilt die neue Blutspendeverordnung und damit dürfen Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), erstmals legal Blutspenden.

„Heute ist ein großer Tag – der jahrelange Druck der LGBTIQ-Community hat gewirkt: Jetzt dürfen schwule und bisexuelle Männer endlich Blut spenden. Das ist der Erfolg unzähliger Aktivist*innen gegen politische Blockaden und willkürliche Diskriminierung!“

freut sich Lindner, auch Vorsitzender der sozialdemokratischen LGBTIQ—Organisation SoHo, der selbst als Betroffener gegen das Blutspendeverbot Beschwerde bei der Volksanwaltschaft eingelegt und mit Dutzenden Anträgen im Nationalrat ein Ende der Diskriminierung eingefordert hatte. Gemeinsam mit LGBTIQ-Aktivist*innen nutzte er den heutigen Tag, um gemeinsam Blut zu spenden.

Nichtsdestotrotz sei dieser Tag aber auch von einer großen Enttäuschung überschattet, wie Lindner vor der Wiener Blutspendezentrale betonte.

„Transidente Personen werden, wie wir heute erfahren haben, noch immer von der Blutspende ausgeschlossen. Die Diskriminierung geht also weiter“

,zeigte sich der SPÖ-Abgeordnete empört. Transpersonen wurden schon bisher willkürlich und abseits jeder wissenschaftlichen Basis von den Blutspendeeinrichtungen abgelehnt – nun geht diese Diskriminierung weiter, da das Gesundheitsministerium noch immer keine Vorgaben für diese Personengruppe vorgelegt hat.

„Es ist eine Frechheit, dass der zuständige Gesundheitsminister es nicht schafft, der Diskriminierung beim Blutspenden ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben. Genau davor haben wir gewarnt und deshalb gemeinsam mit Expert*innen ein Diskriminierungsverbot in der Blutspendeverordnung eingefordert. Heute haben wir leider erlebt, dass die großen Versprechen von Minister Rauch nichts wert waren – ich darf nun Blutspenden gehen, unsere transidenten Freund*innen aber nicht!“

,so Lindner, der auch gemeinsam mit Trans-Aktivist*innen zur Blutspendezentrale gekommen war.

Einmal mehr ist für Lindner deshalb die Zivilgesellschaft gefordert:

„Wir haben gemeinsam über Jahre hinweg Druck gemacht und die Blockade der Regierung gegen Schwule und Bisexuelle überwunden. Das müssen wir nun anscheinend nochmal für transidente Personen schaffen. So enttäuscht wir heute angesichts der Unfähigkeit des Gesundheitsministeriums sind, so klar ist auch: Jene, die uns weiterhin unsere Rechte vorenthalten wollen, können sich warm anziehen!“